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Woyzeck

Friedrich Johann Franz Woyzeck, gen.: Franz / Woyzeck ist ein 30 Jahre alter Mann (geb.: 20 Juli), dessen Hauptberuf Wehrmann ist.

Außerdem hat Franz Woyzeck ein uneheliches Kind mit Marie.

Da Woyzeck nur einen kargen Soldatensold bekommt und für Marie und ihr Kind Christian Unterhalt bezahlen muss, versucht er sich mit Nebenberufen, wie Proband für den Doktor über Wasser zu halten.

Er leidet zudem an Schizophrenie, weshalb er stark labil wirkt.

Ferner ist Woyzeck eifersüchtig auf den Tambourmajor und misstrauisch gegenüber Marie, weshalb er Marie am Ende ersticht.

Marie

Marie ist die Geliebte von Woyzeck und die Mutter des gemeinsamen (unehelichen) Kindes. Sie wird als sehr attraktiv beschrieben. Sie lässt sich auf eine Affäre mit Tambourmajor ein. Dadurch verschlechtert sich ihr anfangs vertrautes Verhältnis zu Woyzeck. Letztendlich führt dies dazu, dass sie von ihm erstochen wird.

Marie erscheint sehr untreu und nimmt Beziehungen nicht sehr ernst. Allgemein lässt sie sich stark durch materielle Werte beeinflussen. Trotz ihrer Untreue ist sie jedoch nicht gewissenlos, da sie diese später bereut und Hilfe in der Bibel sucht, was sie als gläubig erscheinen lässt.

Hauptmann

Der Hauptmann gehört zu höheren Gesellschaftsschicht und könnte aufgrund seiner Persönlichkeit als typischer Vetreter dieser Schicht im Drama gesehen werden.

Er scheint Woyzecks Vorgesetzer zu sein, der ihm hin und wieder den Bart rasiert (vgl. "Beim Hauptmann").

Vom Doktor wird er als aufgedunsen und sein Hals als dick und fett beschrieben, was ihn ungesund aussehen lässt (vgl. "Strasse").

Durch seine Abneigung über Moralverstoße, wie es ein uneheliches Kind für ihn beispielsweise darstellt, sowie für seine persönlich große Wichtigkeit des kirchlichen Segens, zeigen dass er allgemein eine kirchlich-konservative Einstellung besitzt (vgl. "Beim Hauptmann").

Zudem vermitteln seine herablassenden Aussagen gegenüber Woyzeck bzw. das lustig machen über ihn eine gewisse Arroganz (vgl. "Beim Hauptmann). Auch seine pfiffige Sprechweise, um Klugheit zu beweisen, zeugt davon.

Des Weiteren ist er nach eigener Aussage ein schwermütiger bzw. schwärmerischer Mensch (vgl. "Strasse") und nicht zuletzt mit seinen mündlichen Überlegungen zur Ewigkeit sehr philosophisch (vgl. "Beim Hauptmann").

Sein offensichtlichstes Merkmal stellt jedoch seine enorme Abneigung gegen Hetzerei und Eile da. So passt allein auch das Rennen für ihn nicht in sein Bild eines guten Menschen, denn Eile gründet seiner Meinung nach auf einem schlechten Gewissen.

Doktor

Der Doktor ist Teil der gebildeten Schicht und tritt im Buch nicht als Privatperson, sondern nur als Wissenschaftler und Forscher auf. Er ist höchst interessiert an naturwissenschaftlichen Phänomenen. Aus diesem Grund führt er diverse Experimente durch. So testet er an Woyzeck, wie sich das dauerhafte Essen von Erbsen auf den Körper auswirkt. Bei diesem Experiment wird auch die skrupellose Natur des Doktors deutlich, da er Woyzeck nicht als Mensch betrachtet, sondern als Versuchsobjekt und ihm die negativen Auswirkungen auf Woyzeck egal sind. Bezüglich seines Charakters lässt sich sagen, dass er leicht reizbar ist und Gefallen daran findet anderen Leuten, mit einer Diagnose des medizinischen Zustandes, einen Schrecken einzujagen.

Tambourmajor

Der Tambourmajor führt die Militärkapelle an. Er wird als starker und selbstbewusster Mann beschrieben. Marie und Magret vergleichen ihn mit einen Baum und einem Löwen (Szene: Die Stadt, Zeile: 20-21). Er schwärmt für Marie und will sie erobern (Szene: Buden.Lichter.Volk Zeile:20-29).Der Tambourmajor überredet Marie in Szene "Mariens Kammer" mit ihm intim zu werden. Außerdem wird T. in dieser Szene von Marie bewundert: "Brust wie ein Rind und Bart wie ein Löw" Auch ihm selbst ist sein Aussehen sehr wichtig. Er ist sehr überzeugt von seiner Uniform sowie seinen "weißen Handschuhen" und seinem "prächtigen Federbusch" (Szene: Mariens Zimmer Zeile:27-30). Durch seine hohe militärische Stellung kann er Marie teure Geschenke, wie die goldenen Ohrringe, machen (vgl. Szene: Mareins Zimmer). In seinen letzten Auftritt ist Tambourmajor sehr aggressiv und verprügelt Woyzeck (Szene: Wirtshaus).

Als Zusammenfassung lässt sich sagen das Tambourmajor sehr überzeugt von sich ist und in der Handlung den "Boten aus der Fremde" darstellt. Durch sein Auftreten in der Stadt und der Begegnung mit Marie bringt er Woyzecks Familie aus dem Gleichgewicht. Er ist Woyzecks Gegenspieler.

Andres

Andres singt gerne und viel, was darauf hindeutet, dass er ein fröhlicher und positiver Mensch ist (vgl. S.6, Z.35f). Er steht zu seinen Gefühlen und Ängsten "Ich fürcht mich." (S.7, Z.6). Sowohl in der Szene "Die Wachtstube" (S. 16) als auch in "Ein Zimmer in der Kaserne" (S.18) versucht Woyzeck Andres seine innerlichen Unruhen mitzuteilen, jedoch nimmt dieser ihn und seine Sorgen nicht ernst. Er erscheint desinteressiert und kümmert sich nicht weiter um Woyzeck. Die Loyalität Andres' gegenüber Woyzeck wird in der Szene "Kasernenhof" (S. 20) ersichtlich. Andres zitiert Tambourmajors Aussage über Marie. Die Vertrauenswürdigkeit Andres' wird deutlich, als in der Szene "Kaserne" Woyzeck ihm seine Identität und Erbe anvertraut.